Sonntag, 29. Juli 2012

Sierra Nevada

Welcome to the Hotel California
You can check-out your bags anytime you like
But you can never leave
http://www.youtube.com/watch?v=Ua9DN8ZXmOw

Nachdem ich nach dem Studium einige Zeit in Kalifornien gelebt hatte, kam ich schon mehrmals auf Urlaub zurück, vor allem wegen der Berge und der Natur in der Sierra Nevada. Und so kam es, dass ich letzte Woche bereits zum sechsten Mal aus dem Yosemite-Nationalpark ausgecheckt habe und gerne ein siebtes Mal wiederkommen würde.

Auschecken in Yosemite funktioniert so: Man packt sein Zelt, seinen Kocher und seine bärensichere Essensbox und wandert zurück zum Ausgangspunkt. Die bärensichere Essensbox ist ein stabiler Plastikzylinder mit einem Verschluss, der sich nur mit einer Münze, nicht aber mit einer Tatze öffnen lässt. Bären bin ich dann auch tatsächlich im Sequoia-Nationalpark begegnet (siehe weiter unten). Zunächst aber ein paar Bilder aus Yosemite.

Yosemite Valley. Links El Capitan, in der Mitte hinten der Half Dome.

May Lake

Die Ausstattung in meinem "Hotel California": Zelt, Kocher und bärensichere Essensbox (das schwarze Ding, auf dem ich sitze). Terrasse mit Seeblick und Privatstrand inklusive.

Nebenan wohnt ein Chipmunk...
... und weiter oben ein Murmeltier.


Ein Gespräch unter Blue Jays. Die Vögel arbeiten gerne im Team: Der eine lenkt den Fotografen ab, der andere versucht inzwischen an sein Studentenfutter zu kommen.

Blick vom Mount Hoffman Richtung Toulomne Meadows

Von hier sieht der Half Dome relativ klein aus.

Sonnenuntergang auf 3300 Metern

Nachdem ich in Yosemite schon vielen Kleintieren begegnet war, bekam ich im Sequoia-Nationalpark das volle Programm zu sehen - ich kam mir vor wie in einem Film der Pixar-Studios in 3D. Es begann schon wenige Minuten nach Beginn der Wanderung:

Meister Petz Junior. In diesen Momenten ist man froh, dass man ein Teleobjektiv hat und weiß, wo sich die Mutter des Kleinen befindet.

Hier ist sie. Nase abgewandt, so weit, so gut. Allerdings ist die Mutter links vom Wanderweg und das Junge rechts. Also heißt es eine Viertelstunde lang warten, schauen und staunen, bis sie die beiden gefunden haben und davontrotten.

Ein paar Kilometer weiter sonnt sich eine Klapperschlange auf dem Weg. Sie rasselt einmal kräftig und schleicht davon.

Eine weitere Niederlassung meines "Hotel California", mit zwei Rehen (ganz links).

Ein Reh schaut mir neidisch beim Abendessen zu.

Auf dem Weg zur Kaweah Ridge

Ein Sequoia-Baum mit der typischen roten Borke

"Where you heading?" - "Hamilton Lake."- "Awsome. Have fun." - "You too." (Ein typisches Gespräch unter "backpackers". Mehr Worte sind in dieser Landschaft nicht nötig.)

Ein abenteuerlich angelegter Wanderweg (er führt links und rechts durchs Bild)

Hamilton Lake von oben



Zum Schluss: Welches der Tiere hat mir am besten gefallen? Es war ein Murmeltier, das zuerst stundenlang meinen Zeltplatz beobachtete und dann plötzlich daherspazierte, auf der Suche nach Futter. Backpacker-Nahrung ist nichts für Murmeltiere und alles war in der bärensicheren Essensbox verstaut, deshalb musste das Murmeltier wieder abziehen. Was blieb, war ein Schnappschuss, wie das Murmeltier auf mich zukommt - mit einer Selbstverständlichkeit, als hätte ich es persönlich zum Essen eingeladen:


Montag, 16. Juli 2012

Washington und Umgebung 

It's not enough to change your light bulbs.
You have to change your leaders.
Thomas L. Friedman

In den USA trifft man öfter auf Menschen mit der Einstellung: Wenn ich als Bürger von der Politik enttäuscht bin, resigniere ich nicht, sondern sammle Unterschriften, engagiere mich in lokalen Gruppen für die Wahl eines neuen Kandidaten und leiste so einen kleinen Beitrag zu einer Veränderung (das Zitat oben bezieht sich auf Veränderungen in der Umweltpolitik). Eine solche Einstellung vieler Bürgerinnen und Bürger führte zu der breiten "change"-Bewegung vor vier Jahren, die entscheidend zur Wahl Barack Obamas beitrug. Davon können wir uns in Europa durchaus etwas abschauen.

Im Wahlkampf 2012 sieht man aber auch die Schattenseiten dieser Einstellung: Einerseits Bewegungen wie die "Tea Party", die auf massive Einschränkung der Rolle des Staates abzielt, und andererseits eine Negativ-Wahlwerbung, die nur versucht, die Wiederwahl der derzeitigen Politiker zu verhindern. Davon sind die Fernsehprogramme voll und werden es bis zur Wahl im November bleiben.

"Change" ist auch ein passendes Motto für die Stadt Washington über die Politik hinaus. Einzelne Stadtviertel, die noch in den 1990er-Jahren zu den gefährlichsten der USA gehörten, sind nun im Umbruch. Neue Geschäfte siedeln sich an, Wohnhäuser werden gebaut und das Leben kehrt auf die Straßen zurück. Deshalb beginnen meine Bilder von Washington auch nicht mit dem Weißen Haus oder dem Kapitol, sondern mit der aufstrebenden Gegend um die U Street.

An der U Street: Renovierte Häuser, neue Geschäfte und jede Menge Spaziergänger.

Ben's Chili Bowl: Das Lokal machte sich einen Namen, weil es sich über Jahrzehnte in einer krisengeschüttelten Gegend halten konnte. Heute ist es eine richtige Sehenswürdigkeit. Wir saßen am selben Tisch, an dem schon Familie Obama Hotdogs mit Chili verspeiste. 
Citybikes gibt es auch, mit rund 150 Stationen.
Das Kapitol, gesehen vom Garten des Museum of the American Indian.

Ich habe den Ruf: Egal wohin ich reise, am besten gefällt es mir auf einem steilen Wanderweg. Olga hat das für mich organisiert, nur 15 km von Washington entfernt.

Great Falls of the Potomac in der Nähe von Washington
An der Chesapeake Bay mit Veronika und Marcus

Herzlichen Dank an Veronika und Marcus, dass ich bei euch diese interessanten Tage verbringen konnte. Und vielen Dank an Olga für die Einladung nach Bogota, wohin sie in ein paar Tagen zieht. Dort schaue ich gerne vorbei, schließlich liegt Kolumbien im kommenden Jänner für mich praktisch auf dem Weg.