Mittwoch, 24. Oktober 2012

Mardi Himal und Kathmandu 


Namaste 
Nepalesische Begrüßung 


Wer einmal in Nepal war, verbindet mit dem Land das Wort "namaste", die Begrüßung. Es ist nicht das Wort allein, denn dieses ist auch in großen Teilen Indiens gebräuchlich, sondern die Art und Weise, wie es ausgesprochen wird: Eine leichte Betonung auf der ersten Silbe, dann die Betonung am Schluss, das "e" lang ausgespochen und dabei die Lippen zu einem Lächeln geformt. Optional eine leichte Verbeugung und das Falten der Hände. In dieser Begrüßung schwingt eine Freundlichkeit und eine Zuversicht trotz schwieriger Lebensbedingungen mit, die für die Menschen in Nepal typisch ist.

Das hört sich dann so an:



Und nun bitte einmal laut nachsprechen:

Namasteeeee

So, jetzt seid ihr eingestimmt auf eine Bilderreise durch Nepal. Die Reise führt zur Bergkette Mardi Himal im Annapurnagebiet, wo ich eine siebentägige Trekkingtour unternahm, und in die Gegend um die Hauptstadt Kathmandu.

Das Tor zu einem Dorf am Fuß des Annapurna

Uebernachtet habe ich in diesem Bauernhaus und auf einfachen Berghütten.


Blick zum Südgipfel des Annapurna


Gurkha, mein ortskundiger Führer

Ziegenstall mit Aussicht

Eine Yak-Familie

Eine Berghütte auf 3500 Metern

Morgenstimmung mit Yak

Am höchsten Punkt des Trek: Der Mardi-Himal-Bergrücken mit Blick ins Annapurna-Massiv. 
Szenenwechsel: Buddhistische Stupas und Tempel in Kathmandu

Auf dem Markt von Patan in der Nähe von Kathmandu. Die orangefarbenen Blumen dienen als Schmuck für das Dasain-Fest (nationaler Feiertag).

Der Tempelbezirk von Patan
Zum Schluss: Vielen Dank an Gurkha für die Führung der Trekkingtour, an die Bewohner des Dorfes Ghalel für den Empfang mit Trommeln und Gesang, und an die Nepalesinnen und Nepalesen für die vielen "namaste", die ich in den letzten zweieinhalb Wochen gehört habe.


Donnerstag, 11. Oktober 2012

Vom Zippie-Train zum Hippie-Trail


Life is like a box of chocolates.
You never know what you're going to get.
Forrest Gump


Die indische Zeitschrift Outlook prägte vor einigen Jahren die Bezeichnung "Zippies" für jene Generation junger Inderinnen und Inder, die durch ihre gute technische Ausbildung und die Möglichkeiten des Internet vielfältige Zukunftschancen haben (das englische Wort "zip" bedeutet Elan). Wenn man mit dem Zug durch die Gangesebene fährt (nicht in der billigsten Klasse), ist man von solchen Zippies umgeben - es werden PR-Strategien am Handy ausgetauscht und Businesspläne am Laptop bearbeitet. Anschliessend, am Bahnsteig, merkt man aber, dass die Zippies nur einen kleinen Teil der indischen Gesellschaft repräsentieren.

In der östlichen Gangesebene stieg ich dann vom "Zippie-Train" auf den "Hippie-Trail" um. Dieser führte in den 1970er-Jahren von Amsterdam über Jugoslawien, die Türkei, Persien, Afghanistan und Pakistan nach Indien. Auf meiner ersten Indienreise traf ich eine Ex-Hippie, inzwischen eine noble Engländerin um die 60, die mir erzählte, wie sie Anfang der 70er-Jahre die gesamte Strecke in einem VW-Bus zurückgelegt hatte. Eine Abzweigung dieses Hippie-Trail führte von Indien nach Nepal, und auf dieser Strecke fuhr ich, zwar nicht in einem VW-Bus, aber in einem öffentlichen Bus, nach Pokhara. In dieser Stadt, an einem See in den Vorbergen des Annapurna-Massivs gelegen, kann man es nach einer langen Fahrt sehr gut einige Tage, Wochen oder vielleicht sogar Monate oder Jahre aushalten.

Für meine Fahrt durch Indien und nach Nepal hatte ich mir eine grobe Route zurechtgelegt. Da die Verkehrsmittel in Indien aber öfter ausgebucht, überfüllt, verspätet, verfrüht, defekt oder insolvent sind, musste ich die Route einige Male kurzfristig ändern. Aber gerade dadurch lernte ich interessante Orte kennen, die ich sonst verpasst hätte. So bin ich auf das Zitat von oben gekommen: Ich sah viele Schokoladenseiten Indiens und Nepals, allerdings andere als ursprünglich geplant.  



Der Bahnhof von Lucknow. Auf den Bahnsteigen geht es weniger pompös, sondern eher chaotisch zu.

Auf den Strassen sind die grün-gelben Autorikshas das häufigste Verkehrsmittel. In den grossen Städten fahren alle mit Flüssiggas.


Lastenkamele, im Hintergrund die Burg von Agra


Wohin strömen die Inderinnen und Inder in ihren schönsten Gewändern, ausgerüstet mit grossen Wasserflaschen?

Zur Besichtigung des Taj Mahal.

Das Monument Itimad-ud-Daulah, besser bekannt unter dem Namen "Baby Taj".

Die Burg von Fatehpur Sikri in der Nähe von Agra


Kurz hinter der Grenze zwischen Indien und Nepal liegt Lumbini, der Geburtsort Buddhas.

Pokhara, im Hintergrund das Annapurna-Massiv.

Montag, 1. Oktober 2012

Chandrashilla 


I would like to leave this city
This old town don't smell too pretty
And I can feel the warning sings running around my mind
Half the world away
I've been lost, I've been found but I don't feel down

http://www.youtube.com/watch?v=p1ODrXFmL-c


Zu meinem Plan "to leave this city", mit dem ich vor mehr als zwei Jahren begonnen habe, gehört es, Zeit zum Abschalten zu finden - und einen Ort, an dem man sich weit weg von allem fühlt, also "half the world away".

Ein solcher Ort ist der Chandrashilla. Es ist ein Berg im indischen Himalaya, von dem man dreitausend Meter weiter unten die Seitentäler des Ganges sieht und viertausend Meter weiter oben die schneebedeckten Gipfel des Himalaya. Den Chandrashilla bestieg ich im Rahmen eines komfortablen Zelt-Trekking, mit drei TeilnehmerInnen, zwei Führern und einem Koch.



Auf der Hinfahrt

Nach acht Stunden Fahrt braucht das Auto eine Verschnaufpause.


Unser Zeltplatz am Morgen

Pilger auf 3500 Metern

Ein Tempel mit Blick Richtung Himalaya

Am Gipfel des Chandrashilla
Blick in den Himalaya...

... und Richtung Ganges

Die Mulis werden für den Rückweg bepackt.

Die letzte Tagesetappe...

... und der See bei der letzten Uebernachtung.

 Zum Schluss: Vielen Dank an Harry und Veer für die perfekte Betreuung - von der Führung der Tour bis zum Servieren des "wake-up tea". Dann an Hari für das gute Essen - von Muttar Paneer über Pizza bis zur Biskuit-Torte - und an Ranjeet, der uns sicher über abenteuerliche Gebirgsstraßen chauffiert hat. Danke auch an Vipin Arvin, der eine professionelle Trekkingagentour führt und nebenher von seinen Erlebnissen mit Leoparden und Wildschweinen erzählt hat.

Schließlich auch vielen Dank an Alexis und Jules für die nette Begleitung. Die beiden sind aus Kalifornien, und so haben wir uns gegenseitig von Zelt- und Skitourenerlebnissen in der Sierra Nevada erzählt. Ueber die Sierra Nevada kommt man immer wieder ins Schwärmen, selbst wenn man gerade - eine halbe Welt entfernt - im Himalaya ist.


A big thank you to Harry and Veer for guiding and caring for us, to Hari for the delicious food (we were especially impressed by the cake!), and to Ranjeet for safely driving us along hair-raising mountain roads. And thank you, Vipin Arvin, for running an excellent trekking agency while at the same time telling hilarious adventure stories. Finally thank you, Alexis and Jules, for the great company. It was fun sharing stories about various backpacking and randonnee adventures in the  Sierra Nevada. There's always a reason to be excited about the Sierra, even when you are in the Himalayas - literally half the world away.