León
In Nicaragua gilt jeder als Poet,
solange er nicht das Gegenteil beweist.
Daniel Ortega
Daniel Ortega, der Präsident Nicaraguas, war in den 1970er-Jahren ein bekannter Dichter. Seither war er sehr darum bemüht, das Gegenteil zu beweisen - oder zumindest seine Vielseitigkeit. Unter anderem war er Revolutionär, Unterstützer der Befreiungstheologie, politischer Gefangener, Vorsitzender einer Junta-Regierung, dreimal gewählter Präsident, Widersacher von Ronald Reagan und Freund von Hugo Chávez. Nichts außergewöhnliches für einen lateinamerikanischen Politiker, und doch weckt das von Ortega geprägte Nicaragua bei uns negative Assoziationen. Diese sind auf die 1980er-Jahre zurückzuführen, als Nicaragua von Krisen geschüttelt wurde und die Contras - von den USA unterstützte Konterrevolutionäre - das Land destabilisierten. Nun ist es aber schon mehr als 20 Jahre her, dass die Contras ihre Waffen niederlegten, und Nicaragua ist heute ein friedliches Land voller freundlicher Menschen und außergewöhnlicher Landschaften.
Dass Nicaragua ein Land der Dichterinnen und Dichter ist, erkennt man vor allem in León, einer Stadt im Westen des Landes. Es gibt einen "Park der Poeten", jede Menge Buchläden und einen wöchentlichen Büchermarkt. Ein passender Ort für mich, um einen zweiwöchigen Spanischkurs zu besuchen. Zusätzlich zum Kurs erkundete ich einen Strand an der Pazifikküste, machte eine Zelttour, tanzte Salsa und besuchte eine Bio-Schokolademanufaktur. Nicaragua ist eben ein Land, das zur Vielseitigkeit einlädt!
| Blick über die Dächer von León. Rechts im Hintergrund der Vulkan Asososco. |
| Nicht nur die Kirchen, auch die Häuser in León sind bunt angestrichen. |
| Meine Spanischschule. Sie ist - wie könnte es anders sein - nach einem Dichter benannt. |
| Dieser Strand an der Pazifikküste ist ein echter Geheimtip mit viel Platz zum Baden und Surfen. |
| Ein typischer Überlandbus in Nicaragua: Ein alter, aber gut gewarteter US-Schulbus. |
| In diesem Bus gab es sogar einen LCD-Bildschirm. Das Bord-Unterhaltungsprogramm und der Bordservice waren besser als auf meinem Flug mit United Airlines nach Nicaragua. |
| Rast während der Zelttour nördlich von León. |
| Unser Pool zur Abkühlung auf der Zelttour. In der Bildmitte sind unsere Zelte zu erkennen. |
Zum Schluss: Vielen Dank an die Teams von "Dariana Spanish School" und "Quetzaltrekkers", die mir das Land der Dichterinnen, Revolutionäre, Tänzerinnen und Kakaobauern nähergebracht haben.
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