Zum Schluss
Wir haben heuer mal so eine Weltreise gemacht.
Aber ich sag's gleich, wie es ist: Da fahren wir nimmer hin.
Gerhard Polt
Passend zum ersten April: Ein Zitat von Gerhard Polt. Natürlich ist es nicht ernst gemeint; wenn ich Zeit hätte, würde ich gerne noch einmal in alle Länder reisen, die ich in den letzten Monaten besucht habe.
Zum Abschluss habe ich ein paar kleine Geschichten zusammengestellt, die noch nicht in meinem Blog vorgekommen sind, die aber doch zu meinen Reisen gehörten. Wie es sich für den ersten April gehört, ist eine Geschichte erfunden, alle anderen sind wahr. Viel Spaß beim Raten, welches die erfundene Geschichte ist!
Heilige Rehe: So wie in Indien die heiligen Kühe, gibt es in Japan heilige Rehe. Sie streifen durch die Tempelanlagen und werden von den Menschen mit Respekt behandelt. Wer will, kann sie füttern, aber nur mit Körnern aus dem Rehfutterautomaten. Bei dieser zuvorkommenden Behandlung ist es kein Wunder, dass die Rehe genauso selbstbewusst herumsitzen und genauso (schein-)heilig dreinschauen wie die Kühe in Indien:
Nachdenklicher Seelöwe: Wer den ganzen Tag auf einer Felsinsel herumsitzt, kommt scheinbar ins Grübeln. Auf einer Insel vor Feuerland sah ich einen Seelöwen, der genauso dasaß wie der "Denker" von Auguste Rodin:
Reiselustige Schlange: Außer im Sequoia-Nationalpark in der Sierra Nevada sah ich nur noch einmal eine Schlange aus der Nähe, und zwar im Abflugbereich auf dem internationalen Flughafen von Kathmandu. Zwischen der unten abgebildeten Schlange und mir waren nur zwei Meter und eine Fensterscheibe. Diese Schlange hat wohl die Sicherheits- und die Zollkontrolle ausgetrickst - oder sie hat sich zumindest gründlich verlaufen.
Bord-Unterhaltung I: Vom Flugzeug bis zum Überlandbus - überall wird das Bord-Unterhaltungsprogramm großgeschrieben. Auch in den Hochgeschwindigkeitszügen in China ist jeder Sitzplatz mit einer Touchscreen ausgestattet. Das Unterhaltungsprogramm reicht von Ang-Lee-Filmen bis zu "Das Kapital" als Hörbuch in verschiedenen Sprachen.
Bord-Unterhaltung II: Besonders ernst mit der Bord-Unterhaltung nehmen es Emirates Airlines. Einmal saß ich in einem startbereiten Flugzeug, nur das Unterhaltungsprogramm funktionierte nicht. Daraufhin ließ der Flugkapitän einen Techniker kommen, dieser schraubte im Flugzeug zwei Server heraus und schraubte zwei neue Server hinein. Erst danach startete das Flugzeug - mit Unterhaltungsprogramm, aber mit eineinhalb Stunden Verspätung.
Bord-Unterhaltung III: Erfrischend low-tech ging es in Argentinien zu. Auf einer langen Busfahrt durch Patagonien spielte der Steward mit den Fahrgästen Bingo - das war unterhaltsamer als mancher Film.
Große Statuen: Die Christusstatue in Rio de Janeiro ist beeindruckend und wurde im Jahr 2007 sogar zu einem der "sieben neuen Weltwunder" gewählt. Sie war aber nicht die größte Statue auf meinen Reisen. Die Buddhastatue in Ushiku, die ich letzten Herbst in Japan besuchte, ist mit 120 Metern mehr als dreimal so hoch. Ein maßstabsgetreuer Vergleich der beiden Statuen sieht so aus:
Bangkok - Bregenz - New York: Wie in vielen Hotellobbys üblich, gab es auch in meinem Hotel in Bangkok Uhren mit den Zeiten verschiedener Städte der Welt. Die Auswahl war aber doch ungewöhnlich: Es gab nur drei Städte, und zwar Bangkok, Bregenz und New York. Dies erklärt sich dadurch, dass die Eigentümerfamilie einmal in Bregenz auf Urlaub war, und das gefiel ihr so gut, dass sie meine Heimatstadt in der Lobby ihres Hotels verewigte:
Zum Schluss: Morgen beginnt für mich wieder der Arbeitsalltag. Der nächste Urlaub kommt bestimmt, aber dann werde ich mir sowohl Gerhard Polt als auch die thailändische Hoteliersfamilie zum Vorbild nehmen: Ich werde keine Weltreise mehr machen, sondern stattdessen einfach nach Bregenz fahren.
Deshalb endet "Lorenz' travel blog" mit dem heutigen Eintrag. Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich in den letzten Monaten begleitet haben, entweder ein Stück auf einer der Reisen oder als LeserInnen des Blogs. Eure positiven Rückmeldungen haben mich sehr gefreut und es hat Spaß gemacht, die Einträge für eine kleine, aber feine Leserschaft zusammenzustellen. Jetzt freue ich mich darauf, euch in den nächsten Tagen und Wochen wieder persönlich zu sehen.




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